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Pflanzenfärbung keine Hexerei – Benötigte Materialien

• Töpfe zum Färben, dies können alte ausrangierte Töpfe in entsprechender Größe, alte Wäschetöpfe, Einkochtöpfe mit oder ohne Thermostat – ich bevorzuge mit Thermostat, da man damit die Temperatur gut halten und auch größere Mengen färben kann bis ca. 1200g, damit das Färbegut (die Faser) noch locker im Topf liegen kann. Die Temperaturregelung benötigt man vor allem bei Krapp-, Indigo- und Seidenfärberei.
Ich habe mir für die Pflanzenfärberei eigens eine Induktionsplatte mit Temperaturwahl ab 60° und Zeiteinstellung angeschafft. Zudem besitze ich einen Einkochtopf mit Temperatur – und Zeiteinstellung, der auch bei Pflanzenfärbungen zum Einsatz kommt. Die Temperatur- und Zeiteinstellung finde ich sehr praktisch, da ich dann nicht ständig darauf achten muss, dass das Färbegut die vorgesehene Temperatur überschreitet. Trotzdem sollte man sein wertvolles Färbegut sich nicht ganz selbst überlassen und es in regelmäßigen Abständen kontrollieren.
• Töpfe, Gläser, Eimer in entsprechender Größe für die Färbedrogen (Pflanzenteile)
• Mehrere Holzlöffel mit entsprechend langen Stielen für unterschiedliche Farben. Um meine Holzlöffel zu schützen, öle ich diese bevor ich sie benutze. Dies geht mit einem handelsüblichen Speiseöl, welches ich mit einem Pinsel dick auftrage. Anschließend verpacke ich ihn in einen Gefrierbeutel oder Frischhaltefolie bis das Öl eingezogen ist. Vor Gebrauch abspülen.
• Abtauschale oder Abtausiebe zum Durchseihen der Färbedroge oder Abtropfen des heißen Färbegutes. Aus Erfahrung kann ich sagen es dürfen ruhig ein paar mehr sein.
• Baumwolltücher wie z. B. Mullwindeln aus dem Drogeriemarkt ebenfalls zum Abseihen aber auch zum Einbinden der Färbedroge benötigt.
• Stabiles ungefärbtes Bindeband zum Abbinden der Baumwolltücher, hier verwende ich meist Hanfkordel
• Ungefärbtes Garn zum Abbinden der Wollstränge
• Waage, diese sollte möglichst genau sein, zum Abwiegen des Färbegutes, der Drogen (Pflanzenteile) und Zusätze, ich benutze meine Küchenwaage
• Löffel und Gefäße zum Auflösen der Zusätze
• Wannen zum Waschen des Färbegutes, ich mach das entweder im Spül- oder Waschbecken
• Standschleuder sehr praktisch, geht aber auch ohne. Braucht halt nur länger zum Trocknen. Nicht in der Waschmaschine schleudern, dies verfilzt das Färbegut!
• Stoffbeutel oder alte Kopfkissen, um das Färbegut vor dem Schleudern hineinzugeben, ganz wichtig bei Fasern die bekommt man nämlich nur schwer wieder aus der Schleuder.
• Gummihandschuhe zum Schutz der Hände vor Verfärbung
• Schürze zum Schutz vor Farbspritzern
• Feste Schuhe auch zum Schutz

Nun mag manch einer denken so eine lange Liste und wie viel Kosten sind das, nur um einmal die Pflanzenfärberei auszuprobieren. Dazu kann ich aus meinen Anfängen nur sagen, es war hilfreich durch meinen Haushalt zu schauen, da fanden sich schnell ausrangierte und geeignete Materialien, die ich verwenden konnte. Im Keller fand ich meinen Einkochtopf, der schon seit einigen Jahren dort unbenutzt herumstand, also wurde er zu meinem Färbetopf für größere Mengen Färbegut. Die dazugehörenden Einkochgläser fungieren nun als Gefäße zum Auflösen von Zusätzen oder eben halt als Farbgefäße für meine angerührten Säurefarben. Meine alten Abschlagsiebe in der Küche ersetzte ich durch praktische zusammenfaltbare Gummisiebe, was mir eine Platzersparnis im Küchenschrank brachte. Als ich Familie, Freunden, Bekannten und Nachbarn von meinem Vorhaben erzählte wurde ich gefragt, ob ich diese alte Wanne oder jenen ausrangierten Eimer für mein Vorhaben gebrauchen könne. Alles was mir geeignet erschien habe ich dankend angenommen und die betreffenden Personen auch an meinen Ergebnissen teilhaben lassen. So bin ich denn auch an meinen Mixer gelangt, den ich natürlich nur für die Zerkleinerung von Pflanzenmaterial benutze, dieses schon ältere aber noch funktionstüchtige Gerät schenket mir meine Schwiegermutter, weil sie es nicht mehr benötigte. Für wenig Geld erstand ich im Baumarkt diese wunderschön hässlichen grauen Baueimer, die sich später jedoch als Gewinn herausstellten. Da die meisten Pflanzenteile über mehrere Tage eingeweicht werden müssen, erkannte ich bald ihren Wert, stellt man diese Eimer im Sommer nach draußen, erwärmt sich das Wasser ganz langsam von allein, eine tolle Sache. Im Winter nutze ich hierfür meine Fußbodenheizung im Haus. Die einzige etwas größere Ausgabe war die Induktionsplatte mit ca. 30 € den dazu gehörenden 6l Induktionstopf habe ich im Angebot für ca. 6 € erstanden. Dieser Topf reicht mir und einen weiteren habe ich bisher auch noch nicht benötigt. Da ich anfänglich Probleme hatte einen Induktionstopf von einem normalen Topf zu unterscheiden hier mein Tipp: Nehmt zum Einkauf des Topfes einen Magneten mit, haltet ihn an den Topfboden, wird der Magnet vom Topfboden angezogen, kann man den Topf auf der Induktionsplatte verwenden.