Alpakafaser I

Das Vlies der Götter oder das Gold der Inkas

So wird Alpaka-Faser beschrieben! Sie ist neben Kaschmir und Seide die wertvollste Faser der Welt, eine Luxusfaser.

Das Alpaka ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende domestizierte Kamelform. Es gehört ebenso wie die Lamas und die heute noch freilebenden Vikunjas und Guanakos zu den Neuweltkameliden. Sie haben mit den Altweltkameliden, dem Trampeltier und Dromedar, gemeinsame Vorfahren. Neuweltkameliden haben keine Höcker und sind Paarhufer.

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Sie gehören zur Unterordnung der Schwielensohler. Ihre beiden Zehen sind mit dicken, federnden Schwielen ausgestattet. Dies macht sie neben ihrem Freßverhalten, sie sind Pflanzenfresser und ernähren sich fast ausschließlich von Gräsern, zu bodenschonenden Landschaftspflegern. Das Alpaka stammt vom Vikunja ab, was 2001 von Dr. Jane Wheeler durch eine DNA-Untersuchung belegt wurde.

Ihre Domestizierung setzte schon um 3000 v. Chr. ein. Das Lama diente der südamerikanischen Bevölkerung hauptsächlich als Lasttier während das Alpaka wegen seiner Wolle gezüchtet wurde. Ein Alpakamantel galt bei den Inkas als Zeichen des Wohlstands, die feinere Vikunjawolle war jedoch der herrschenden Kaste vorbehalten. Die Inkas züchteten große Alpakaherden, was sich mit der Eroberung Perus durch die Spanier änderte, da diese kein Interesse daran hegten die heimischen Nutztiere zu erforschen. Dies änderte sich erst mit der Unabhängigkeit der Staaten Südamerikas. Nun erkannte man den Wert der Alpakafaser abermals und die Zucht wurde wieder aufgenommen. Heute gibt es ca. drei Millionen Alpakas, hauptsächlich im südlichen Peru, dem westlichen Bolivien und Chile. In Deutschland sind es mittlerweile ca. 2000. Das Zuchtziel war aus einem Double-Coat-Tier (Haarkleid besteht aus Unterwolle und Deckhaar) ein Single-Coat-Tier (Haarkleid besteht nur aus Unterwolle) zu züchten. Aufgrund dieser Zuchtbestrebungen konnten aus dem Vikunja zwei neue Rassen klassifiziert werden, zum einen das Huacaya-Alpaka und zum anderen das Suri-Alpaka. Haupt-Unterscheidungsmerkmal beider Rassen ist die Struktur ihrer Faser, wobei die Faserfeinheit beider Rassen ein wichtiges Zuchtziel ist.

 

 

Huacaya: 20180608_115953

 

 

96% der Alpakapopulation gehören zu dieser Rasse. Die Faser besitzt viel Bauschkraft ähnlich wie Schafswolle. Dieses schafartig plüschige Aussehen entsteht dadurch, dass die Faser beinahe rechtwinklig zur Haut absteht. Das Huacay-Alpaka hat ein einheitliches Vlies aus feiner Unterwolle mit geringem Anteil an Grannenhaaren (Deckhaaren), welche möglichst fein sein sollten. Seine Faser ist fein und gleichmäßig gekräuselt, dies nennt man Crimp. Da sie gute thermoisolierende Eigenschaften besitzt, d.h. sie wirkt wie eine Klimaanlage, sie wärmt bei Kälte und leitet Wärme ab, es entsteht kein Hitzestau, wird sie gerne für Bettwaren verwendet. Dies kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ein Steppbett aus dieser Faser ist ein wahrer Schatz und umhüllt einen wie ein Wölkchen.
Huacaya-Faser ist zum Handspinnen besonders gut geeignet.

Suri:

Nur ca. 5% – 10% der weltweiten Alpakapopulation sind Suri-Alpakas. Sie sind so zu sagen der Rolls-Royce unter den Alpakas, da sie ein einheitliches seidig glänzendes Haarkleid bilden, dass in gelockten, Curl genannt, geraden Strähnen, am Körper herabhängt, wodurch sie schmaler, eleganter und nobler als Huacayas wirken. In der Bewegung sieht diese Faser aus wie fließende Seide. Suri-Faser mit ihrem bemerkenswerten Seidenglanz wird verwendet in der Herstellung der Haute Couture und sogar für Hochzeitskleider.

Alle verwendeten Bilder wurden auf dem Alpakahof „Alpakas vom Herr-Hof“ in Misselwarden gemacht. Ich möchte mich ganz herzlich bei Familie Herr für die freundliche Genehmigung, die Bilder ihrer Alpakas in meinem Blog verwenden zu dürfen, bedanken. Mein Dank gilt dieser Familie auch dafür, dass sie erheblich zu meinem Wissen über Alpakas und Alpaka-Faser beigetragen haben.

Während der Alpaka-Hofführung vermittelt die Familie Herr viele Informationen und Wissen über Alpakas und ist mit einer Engelsgeduld bereit jede Frage ausführlich zu beantworten. Im Anschluss an die Hofführung kann man in ihrem gemütlichen Hof-Café bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen, die erhaltenen Informationen in fachkundigen Gesprächen vertiefen, sowie aus Alpakawolle gefertigte Produkte bestaunen oder erwerben. Für mich ist dieser Alpaka-Hof immer wieder einen Besuch werte.

Demnächst Alpakafaser II

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